Abhyanga – wenn’s Rosen regnen soll!

Abhyanga Ölmassage Ayurveda

Eigentlich wollte ich ja heute erzählen, was man mit Ghee alles machen und heilen kann. Aber wir hatten einen häuslichen Sturmschaden! Paul, mein geliebter Ehemann, konnte in den letzten Tagen bei diesem Sturm nicht mehr richtig schlafen. Immer gegen 4 Uhr morgens wachte er auf und dann ging nichts mehr. „Frag doch mal Melody“ sagte er und machte sich zerknittert auf den Weg zur Arbeit. Und, na klar, Melody, meine liebe Yogalehrerin wusste Rat: Abhyanga – und du fühlst dich wie auf Rosen gebettet.

Abhyanga – einfach alles wegölen

Eine Ölmassage ist eine der ältesten und natürlichsten Heilmethoden. Der ganze Körper wird von oben bis unten mit warmem Sesamöl massiert. Das kannst du alleine für dich machen, aber Paul sagt, dass es nur richtig wirkt, wenn ich ihn massiere. Der Schlingel! Du brauchst warmes, gereiftes Sesamöl. (Gibt es im Internet, siehe ganz unten*). Wenn du viel Pitta hast, dann nimm lieber das kühlende Kokosöl (Bildmitte) und mach es, wie auch das Sesamöl, in einem Kännchen warm. Dann sorge dafür, dass du alles hast, was du in der nächsten Stunde brauchst: kuschelige Wärme, viele Handtücher, Haushaltspapier und Ruhe.

Von oben nach unten

Beginne damit, die Kopfhaut zu massieren, aber nicht die Haare. Die werden zwar auch ölig, aber die Kopfhaut soll sich entspannen. Mit flachen Fingern oder der ganzen Hand die Kopfhaut massieren und dann auch die Ohren. Die Ohren haben 108 Energiepunkte, die sich alle freuen, wenn sie sanft massiert werden. Da es so viele sind, erwischt du garantiert immer fast alle. Auch im Gesicht und am Hals wirst du spüren, wie wundervoll es sich anfühlt mit Öl massiert zu werden.

Frauen links, Männer rechts

Nun kommen die langen Röhrenknochen an die Reihe. Frauen beginnen mit der rechten Hand den linken Arm zu massieren und Männer massieren sich mit ihrer linken Hand zuerst den rechten Arm. Streiche mit langen Bewegungen über die Arme auf und ab. Über die Gelenke kreist du mit sanften Umrundungen. Die Hände sind besonders dankbar für ein paar zusätzliche Ölmassagen, jeder einzelne Finger freut sich über diese extra Aufmerksamkeit.

Im Uhrzeigersinn

Die Brust kann mit kreisenden oder geraden Bewegungen massiert werden, ganz so wie du es angenehm findest. Aber der Bauch sollte nur im Uhrzeigersinn massiert werden. Uhrzeigersinn ist hier gemeint, wenn du vor dir selbst stehen würdest und auf deinem Bauch guckst. Die Hand beginnt rechts unten und kreist nach links oben. Alles klar? Es ist der Verlauf des Dickdarms, der mag nicht gerne gegen den Strich gebürstet werden.
Wenn du dich alleine massierst, dann behandle deinen Rücken so, wie du es angenehm schaffst. Jede Anstrengung sollte vermieden werden, denn hier geht es um Entspannung. Besonders angenehm empfinde ich immer die Kreisbewegungen links und rechts der Lendenwirbelsäule.

Beine und Füße

Die Beine streichst du mit beiden Händen in langen Bewegungen aus, Hüfte, Knie und Fußgelenke werden wieder in kreisenden Bewegungen liebkost. Und auch hier nicht vergessen: als Frau behandelst du zuerst das linke Bein, bist du ein Mann, dann kommt erst das rechte Bein dran. Deine Füße bekommen ganz besonders liebevolle Streicheleinheiten. Mit flachen Fingern verwöhnst du die Flächen, aber auch die Zehen und Zehenzwischenräume sind sehr wichtig.

Der ideale Zeitpunkt

Das tägliche Ölen am Morgen vor der Dusche ist genau richtig! Und immer dann, wenn du dich neben der Spur fühlst, nach Reisen, wenn viel Aufregung im Raum ist oder wenn es mal wieder so einen Sturm wie in den letzten Tagen gibt. Übrigens: Paul schläft seither wieder wie auf Rosen gebettet.Foto: Rosenbouquet
Die ideale Zeit ist morgens vor der Morgendusche oder irgendwann am Tage. Nach Sonnenuntergang, wenn die Körperzellen sich auf die Nachtruhe vorbereiten, ist ein Abhyanga nicht mehr zu empfehlen – nur wenn sich hartnäckige Schlafstörungen festgesetzt haben.
Probiere es aus, auf jeden Fall gleich am Wochenende. Es ist wirklich überraschend himmlisch.

Liebe Grüße von Lisa
* z.B. bei www.ayurveda-produkte.de oder www.ayurveda-marktplatz.de

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Kommentare (8) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Lisa,
    Deine Ernährungs- Tipps, vor allem aber auch diese Ölmassage ist extrem wohltuend u hinterlässt ein ganzheitliches Wohlgefühl.

    Falls es Dein Zeitlimit zulässt, bitte ich um Antwort aus ganzheitlicher Sicht:

    Da ich aber (Vatatyp) speziell in den kühler werdenden Jahreszeiten stark zu Nebenhöhlen-Entzündung linksseitig neige, (wie z. Z.,) diese mit Sesamöl behandle (leicht lindernd) u auch immer um 4 Uhr mit Unruhe erwache,
    hoffe ich,
    von Dir vielleicht ein paar Anregungen zur Linderung zu erhalten.

    Lieben herzlichen Dank im Voraus
    Monika Hilsenbeck

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    • Liebe Monika, das kenne ich gut! Ich habe auch oft diese verstopfte Nase und wache dann mit Unruhe auf. Leider kann ich dir keinen Rat geben, denn das ist wirklich etwas für Ayurvedaspezialisten. Im Ayurveda gibt es soviele verschiedene Wege, wie es Menschen gibt. Denn jeder Mensch ist in seiner Dosha-Konstitution einmalig. Auf http://www.ayurveda.de findest du unter „Ärzte, Kliniken Produkte“ evtl. jemanden, der oder die dir kompetent helfen kann.
      Nur so viel: ich verwende auch Sesamöl für die Nase und habe mir extra lange Holzstäbchen mit Wattekopf besorgt. Damit massiere ich die innere Nase ganz tief und sanft. Gute Besserung und sehr herzliche Grüße von Lisa

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      • Liebe Lisa,
        herzlichen Dank für Deine Tipps.
        Meine Nebenhöhlenentzündung klang extrem schnell ab, indem ich täglich mehrere Male die Nase zuerst mit Salzlösung spülte, anschließend das Sesamöl in und um die Nase einmassierte. Das Öl schützt die Schleimhäute, besonders in der kalten Jahreszeit, sodass ich täglich meiner Nase innerlich die kl. Portion Sesamöl zuführe.
        Vielen herzlichen Dank nochmals für Deine interessanten Beiträge u Tipps.
        Eine wohlige Herbstzeit wünscht Dir Monika

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        • Vielen lieben Dank, Monika, für deinen Tipp. Sesamöl ist wirklich ein Wunderöl. Ich nutze es auch sehr oft für die Nase.
          Liebe Grüße von Lisa

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    • Lieber funkelnder Smaragd, danke für dein Danke! Ich wünsche dir, dass du bald schon die wohltuende Wirkung eines Abhyangas erleben kannst. Liebe Grüße von Lisa

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  2. Ja, danke, das war ein sehr schöner Bericht, sehr motivierend, es selbst auszuprobieren. Gruß Ellie

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